Viele Texte klingen heute nach KI: glatt, korrekt, aber austauschbar
Letzte Woche passierte in einer Schulung etwas, das mich kurz innehalten ließ
Und dann kam dieser Satz aus der Runde: „Ich habe gar keine Texte mehr, die ich selbst geschrieben habe. Das läuft schon alles über die KI.“
Dieser Satz erzählt sehr viel über unsere aktuelle Arbeitswelt
Viele KI-Texte klingen gleich, weil die meisten Menschen der KI nur eine Aufgabe geben, aber keinen Stil
Was dann kommt, ist meistens korrekt und brauchbar, aber selten wirklich persönlich
Die KI schreibt nicht automatisch wie du – sie schreibt zuerst einmal wie der Durchschnitt
Ich bin überzeugt: KI ist nicht das Problem
Wenn du möchtest, dass Texte nach dir klingen, musst du zuerst wissen, wie du eigentlich klingen möchtest
Wie klingt meine Sprache (z. B. sachlich, direkt, humorvoll, inspirierend)
Welche Begriffe verwende ich häufig und welche Wörter passen gar nicht zu mir
Welche Floskeln möchte ich vermeiden
Wie lang oder kurz sind meine Sätze und wie spreche ich meine Leser:innen an
Welche Haltung soll mitschwingen
Der Tonalitäts-Kompass ist damit eine Art Sprach-Briefing für die KI
Früher haben viele beim Schreiben vor allem an SEO gedacht: Keywords, Überschriften und Meta-Descriptions
Für solche Systeme sind Inhalte besonders hilfreich, wenn sie klare Antworten geben, Fachwissen sichtbar machen und eigene Erfahrungen enthalten. KI kann Durchschnitt sehr gut
Ein Text klingt oft nach KI, wenn du dir beim Lesen denkst: „Ja, stimmt eh. Aber ich würde das nie so sagen.“
Der Text ist korrekt, aber seelenlos: Alles ist richtig, aber nichts bleibt hängen
Der Text enthält viele Floskeln:v„In der heutigen schnelllebigen Welt…“,„Es ist wichtiger denn je…“ oder „Maßgeschneiderte Lösungen…“
Der Text klingt zu werblich: Alles ist transformierend, revolutionär und bahnbrechend
Der Text hat keine klare Meinung: KI formuliert gerne zu ausgewogen
Es klingt nicht nach gesprochener Sprache: Wenn man den Satz laut liest, merkt man sofort, dass man so nie sprechen würde
Du kannst die KI perfekt nutzen, um deinen eigenen Stil zu analysieren
Schritt 1: Sammle eigene Texte. Nimm alte E-Mails, LinkedIn-Posts oder Newsletter, die wirklich von dir stammen
Schritt 2: Lass die KI deinen Stil analysieren. Bitte die KI, Muster wie Satzlänge, Wortwahl, Tonalität, Humor und No-Gos zu erkennen
Schritt 3: Definiere deinen Wunschstil. Überlege, wie du künftig wirken möchtest (z. B. klarer, mutiger, lockerer oder weniger werblich)
Schritt 4: Erstelle einen Tonalitäts-Kompass. Fasse die Ergebnisse in einem Dokument zusammen
Schritt 5: Nutze den Kompass in jedem Prompt. Gib der KI ab jetzt bei wichtigen Texten immer deinen Stil als Vorgabe mit
Kopiere diesen Prompt und verwende ihn direkt in deinem KI-Tool
Du bist Expert:in für Sprache, Personal Branding und Schreibstil
. Hilf mir, meinen persönlichen Schreibstil zu definieren, damit meine Texte künftig nach mir klingen . Stelle mir nacheinander 10 kurze Fragen zu meiner Sprache, meiner Direktheit, meinem Humor, meinen Lieblingswörtern, meiner Haltung und meiner Zielgruppe . Warte nach jeder Frage auf meine Antwort . Erstelle danach einen kompakten Tonalitäts-Kompass mit folgenden Punkten:* So klinge ich / Diese Worte und Formulierungen passen zu mir (und welche nicht)
* So direkt und humorvoll darf meine Sprache sein * So spreche ich meine Zielgruppe an / Typische Satzanfänge und No-Gos * Je ein kurzes Beispiel für eine E-Mail, ein LinkedIn-Posting und einen Newsletter-Einstieg in meinem Stil * Ein kurzer Standard-Prompt, den ich künftig für neue Texte verwenden kann .
Wenn du bereits Texte hast, die du selbst geschrieben hast, nutze diesen Prompt
Analysiere die folgenden Texte auf meinen persönlichen Schreibstil
.Achte besonders auf Tonalität, Satzlänge, Wortwahl, Direktheit, Humor, typische Formulierungen, Struktur und No-Gos .Erstelle daraus einen Tonalitäts-Kompass, den ich künftig für KI-generierte Texte verwenden kann . Der Stil soll natürlich und authentisch bleiben.Bitte mache meine Sprache nicht glatter, sondern klarer .
Bevor du einen KI-Text veröffentlichst, stelle dir diese Fragen
Würde ich diesen Satz wirklich so sagen
Klingt der Text nach mir oder nach einer allgemeinen Vorlage
Sind meine typischen Worte enthalten und Floskeln entfernt
Ist meine Haltung erkennbar und gibt es ein persönliches Beispiel
Ist der Text zu glatt
Wenn du bei mehreren Fragen unsicher bist, ist der Text noch nicht fertig
Die größte Veränderung beim Schreiben mit KI ist nicht, dass wir weniger schreiben. Es ist, dass wir bewusster entscheiden müssen, wie wir kommunizieren wollen
Du entscheidest über die Botschaft, die Haltung, die Klarheit und die Persönlichkeit. KI kann schreiben, aber du führst
Möchtest du herausfinden, wie deine Texte klingen – und wie du KI so nutzt, dass deine Kommunikation trotzdem nach dir klingt
ÜBER DIE AUTORIN

Helga Boss verbindet Effizienz mit künstlicher Intelligenz.
Als Expertin für KI-gestütztes Effizienzmanagement zeigt sie, wie Unternehmen mit klaren Strukturen und smarten Tools messbar bessere Ergebnisse erzielen.
Aus der Praxis. Für die Praxis.
In diesem Blog teilt sie Erfahrungen, Strategien und echte Anwendungsbeispiele – damit KI nicht zur Spielerei wird, sondern zu einem Werkzeug, das Effizienz sichtbar macht.
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© Helga Boss