Du kennst das sicher: Der Tag rast, die To-do-Liste wächst ins Unermessliche, und plötzlich fühlt sich alles einfach nur noch zu viel an. Deadlines, Kundenanfragen, private Verpflichtungen – alles gleichzeitig. Dein Kopf ist ein einziges Gedankenkarussell, das nicht stoppt. Die Laune sinkt, die Konzentration verschwindet und manchmal willst du dich einfach nur verkriechen oder bist wie gelähmt. Für Unternehmerinnen wie dich, die täglich Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen, ist dieser Stress eine große Herausforderung. Doch genau in solchen Momenten sind Stressbewältigung und Selbstmanagement der Schlüssel, um wieder Klarheit, Fokus und Effizienz zu finden.
Stress im Businessalltag ist normal, aber wenn er überhandnimmt, blockiert er dich. Du verlierst den Überblick, triffst schlechtere Entscheidungen und deine Energie sinkt. Deshalb sind schnelle, praktische Methoden wichtig, die du jederzeit anwenden kannst – egal ob im Büro, Homeoffice oder unterwegs. Sie helfen dir, einen Schritt zurückzutreten, deine Gedanken zu ordnen und den nächsten sinnvollen Schritt zu gehen. Hier stelle ich dir drei bewährte Notfall-Strategien vor, die du sofort ausprobieren kannst.
Wenn du das Gefühl hast, im Chaos zu versinken, ist der erste Schritt: Stopp. Stoppe den Autopiloten, der dich immer weiter durch den Stress treibt. Atme bewusst tief ein und aus. Ja, wirklich ganz bewusst, ohne dass dein Kopf schon wieder zu den nächsten Aufgaben springt.
Am besten gehst du kurz raus an die frische Luft, streckst dich oder machst ein paar einfache Dehnübungen – das bringt deinen Körper in Bewegung und hilft dem Kopf, runterzukommen.
Jetzt kommt der Mini-Fokus ins Spiel: Frag dich ganz konkret:
Nur diese Aufgabe zählt jetzt. Nicht mehr, nicht weniger. Dieses Zeitfenster ist kurz genug, um machbar zu sein, und lang genug, um wirklich etwas zu schaffen. Du wirst sehen: Dieser kleine Fokus bringt dich aus dem Gefühl der Überforderung zurück in die Handlung. Dein Gehirn liebt klare Ziele – und du wirst effizienter.
Beispiel: Du hast fünf dringende Mails, eine Präsentation und musst noch eine Rechnung schreiben. Statt alles gleichzeitig anzugehen, wählst du die eine Mail, die wirklich heute eine Antwort braucht, und kümmerst dich nur um diese. Nach 15 Minuten kannst du neu entscheiden, was als Nächstes dran ist.
Wenn dein Kopf voll ist und die Gedanken wild durcheinanderwuseln, hilft es oft, sie einfach rauszuschreiben. Nimm dir ein Blatt Papier oder öffne ein leeres Dokument und mach einen Gedanken-Download. Alles, was dich belastet, stresst oder nervt, darf jetzt raus – ohne Bewertung, ohne Struktur, ohne „das muss ich unbedingt jetzt machen“.
Das fühlt sich manchmal befreiend an und nimmt den Druck aus deinem Kopf. Danach kannst du dir die Liste in Ruhe anschauen und entscheiden:
Diese Methode schafft Ordnung im Chaos und gibt dir Klarheit darüber, worauf du deine Energie wirklich fokussieren solltest.
Beispiel: Du schreibst alles auf, was dir gerade durch den Kopf geht – Kundenanrufe, private Termine, technische Probleme, Ideen für neue Projekte. Danach siehst du, dass die technische Störung zwar nervt, aber heute nicht sofort gelöst werden muss. So kannst du dich auf die dringenden Kundentermine konzentrieren.
Manchmal steckst du so tief im Stress, dass du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst. Ein kurzer Anruf bei einer vertrauten Person kann Wunder wirken. Sprich laut aus, wie es dir gerade geht. Das hört sich vielleicht banal an, aber es hilft enorm.
Im Gespräch merkst du oft, dass vieles gar nicht so dringend oder schlimm ist, wie es sich anfühlt. Und das Wissen, nicht allein zu sein, gibt dir Kraft. Gleichzeitig kannst du dir einen anderen Blickwinkel holen und deine To-dos besser einordnen.
Natürlich musst du nicht jede Kleinigkeit teilen. Wähle jemanden, der dich versteht, dich unterstützt und dir ehrlich Rückmeldung gibt. Das kann eine Kollegin, eine Freundin oder eine Mentorin sein.
Beispiel: Du rufst eine Unternehmerin an, die du gut kennst und erzählst von deinem Stress. Sie erinnert dich daran, dass du vor zwei Tagen schon ein wichtiges Projekt abgeschlossen hast und hilft dir, deine Prioritäten neu zu setzen. Das gibt dir neuen Mut und Klarheit.
Die Digitalisierung kann dir beim Selbstmanagement helfen – aber nur, wenn du sie gezielt nutzt. Tools wie digitale To-do-Listen, Kalender oder Mindmapping-Apps können dir dabei helfen, deine Gedanken zu ordnen und deine Zeit effizienter zu planen. Achtung: Sie sind kein Ersatz für die oben genannten Strategien, sondern eine Ergänzung.
Wenn du zum Beispiel deine Gedanken erst mal auf Papier oder digital gesammelt hast, kannst du sie mit einem Tool wie Trello oder Notion strukturieren und priorisieren. So behältst du den Überblick und vermeidest, dass dein Kopf überläuft.
Stress und Überforderung gehören zum Unternehmerinnen-Alltag dazu. Aber du musst nicht in ihnen versinken. Mit diesen drei Notfall-Strategien kannst du dir jederzeit selbst helfen, wenn es gerade zu viel wird. Sie sind einfach, schnell umzusetzen und geben dir das Gefühl von Kontrolle zurück.
Probier es aus: Wenn du das nächste Mal spürst, wie der Druck steigt, stopp kurz, atme tief durch und setz deinen Mini-Fokus. Schreib dir alles von der Seele und rede mit jemandem, der dich versteht. So findest du Schritt für Schritt zurück zu deiner Kraft und Klarheit.
Du bist nicht perfekt, und das musst du auch nicht sein. Es geht darum, in Bewegung zu bleiben – mit kleinen Schritten, die dich weiterbringen. Bleib in deiner Kraft, denn genau da liegt dein Erfolg.
ÜBER DIE AUTORIN

Helga Boss verbindet Effizienz mit künstlicher Intelligenz.
Als Expertin für KI-gestütztes Effizienzmanagement zeigt sie, wie Unternehmen mit klaren Strukturen und smarten Tools messbar bessere Ergebnisse erzielen.
Aus der Praxis. Für die Praxis.
In diesem Blog teilt sie Erfahrungen, Strategien und echte Anwendungsbeispiele – damit KI nicht zur Spielerei wird, sondern zu einem Werkzeug, das Effizienz sichtbar macht.
WEITERE BLOGARTIKEL
Jeden Donnerstag ein Effizienz-Tipp!
Mit dem Newsletter erhält du jede Woche einen Input.
© Helga Boss