Du nutzt KI — aber irgendwie fühlen sich die Antworten oft zu generisch an? Zu allgemein, zu förmlich, zu weit weg von dem, was du wirklich brauchst?
Das liegt meist nicht am Tool. Es liegt daran, dass die KI schlicht nicht weiß, wer du bist.
Stell dir vor, du hast jeden Morgen eine neue Assistenz — jemand, der keine Ahnung hat, womit du dich beschäftigst, wie du kommunizierst oder was dir wichtig ist. Genau so arbeiten die meisten mit ihrer KI. Kein Wunder, dass die Ergebnisse mäßig sind.
Die gute Nachricht: Ein einziger Prompt reicht, um das zu ändern. Du richtest deine KI einmalig ein — und jedes Gespräch danach startet mit dem richtigen Kontext.
Ein Einrichtungs-Prompt ist kein gewöhnlicher Prompt. Du fragst damit nicht nach einem Text oder einer Antwort — du stellst die KI auf dich ein.
Du gibst ihr gezielt Informationen über:
Wer du bist — deine Rolle, dein Kontext
Wie du arbeitest — dein Stil, deine Ziele
Wie du kommunizierst — Tonalität, Vorlieben, Abkürzungen
Das Ergebnis: Die KI spricht deine Sprache — von Anfang an, ohne langes Einführen in jedes Gespräch.
Kopier dir diesen Prompt und führ ihn als erstes in deiner KI aus:
Ich möchte dich als meinen persönlichen Arbeitsassistenten einrichten. Stell mir 5 gezielte Fragen, um mich, meine Arbeit und meinen Kommunikationsstil besser zu verstehen. Danach formulierst du eine kompakte Beschreibung von mir, die ich als Basis-Kontext in jedem unserer Gespräche verwenden kann.
Das dauert etwa 10 Minuten. Die KI stellt dir Fragen — du antwortest — sie formuliert daraus eine Zusammenfassung, die du speichern und wiederverwenden kannst.
ChatGPT bietet dafür die Custom Instructions an — du findest sie unter: Profilbild → Einstellungen → Personalisierung → Individuelle Hinweise.
Führ den Einrichtungs-Prompt einmal in einem normalen Chat aus. Die generierte Beschreibung kopierst du dann in das erste Feld der Custom Instructions. Ab sofort kennt ChatGPT deinen Kontext — in jedem neuen Chat.
Bei Claude arbeitest du am besten mit Projekten. Erstelle ein Projekt (z.B. „Meine Arbeit") und füge die KI-generierte Beschreibung in die Projektanweisungen ein.
Vorteil: Claude merkt sich alles innerhalb des Projekts — Gespräche, Dokumente, deinen Kontext. Wie das genau funktioniert, zeige ich ausführlich im Claude-Guide.
Gemini bietet dafür Gems an — anpassbare KI-Assistenten mit dauerhaften Anweisungen. Du erstellst ein Gem, gibst deine Beschreibung als Basis-Anweisung ein und arbeitest von da an damit.
Für alle, die in Google Workspace arbeiten, ist das besonders praktisch — das Gem greift direkt auf den Google-Ökosystem-Kontext zu.
Copilot lässt sich über den System Prompt mit den Agents personalisieren. Der Einrichtungs-Prompt funktioniert auch hier: einmal einrichten und dann immer wieder verwenden.
Konkrete Anwendungsbeispiele für Copilot findest du im Artikel Microsoft Copilot: 5 praxisnahe Use Cases.
Ohne Personalisierung fragst du: „Schreib mir eine E-Mail an eine Kundin, die sich beschwert hat."
Die KI liefert: Eine sachliche, formelle Mail im Standard-Stil — korrekt, aber austauschbar.
Mit Personalisierung — die KI weiß, dass du Unternehmerin bist, herzlich und direkt kommunizierst, deine Kund:innen per Du ansprichst und Wert auf klare Lösungsansätze legst — sieht die Antwort sofort anders aus. Die Tonalität stimmt, der Stil passt, du musst kaum noch nachbessern.
Das ist der Unterschied zwischen einer KI, die generisch antwortet, und einer, die wirklich für dich arbeitet.
KI-Modelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini sind darauf ausgelegt, sich anzupassen — aber nur, wenn sie die richtigen Informationen haben. Ohne Kontext raten sie. Mit Kontext treffen sie.
Das Prinzip ist dasselbe wie bei einer guten Zusammenarbeit mit einem Menschen: Je besser jemand weiß, wie du tickst, desto besser kann er oder sie dir zuarbeiten. Der Einrichtungs-Prompt ist nichts anderes als ein strukturiertes Onboarding für deine KI.
Und der entscheidende Vorteil: Du machst das einmal. Alles, was danach kommt, profitiert davon.
Wer noch einen Schritt weitergehen möchte: Mit einem eigenen KI-Mailing-Assistenten lässt sich sogar deine ganz persönliche Schreibstimme dauerhaft hinterlegen — so klingt die KI wirklich wie du.
Nein — einmal reicht. Du speicherst die generierte Beschreibung und hinterlegst sie in den Einstellungen des jeweiligen Tools (Custom Instructions, Projektvorgaben, Gems). Danach ist sie automatisch aktiv.
Ja. ChatGPTs Custom Instructions und Claudes Projekte sind auch im kostenlosen Plan verfügbar. Gemini Gems sind teilweise auf Gemini Advanced beschränkt — der Basis-Einrichtungs-Prompt funktioniert aber auch in der kostenlosen Version als einfacher Kontext-Block.
Dann führst du den Prompt einfach erneut aus und aktualisierst deine Beschreibung. Das dauert maximal 10 Minuten und lohnt sich bei größeren Veränderungen in deinem Arbeitsalltag.
Die meisten Menschen nutzen KI-Tools wie eine leere Schreibmaschine — und wundern sich, warum die Ergebnisse so generisch klingen. Dabei braucht es nur einen einzigen Schritt: die KI einmalig auf dich einstellen.
Der Einrichtungs-Prompt ist dein Hebel dafür. Zehn Minuten Aufwand — und jeder Prompt danach wird besser.
Probier es heute noch aus — egal ob du ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot nutzt. Der Prompt funktioniert überall.
ÜBER DIE AUTORIN

Helga Boss verbindet Effizienz mit künstlicher Intelligenz.
Als Expertin für KI-gestütztes Effizienzmanagement zeigt sie, wie Unternehmen mit klaren Strukturen und smarten Tools messbar bessere Ergebnisse erzielen.
Aus der Praxis. Für die Praxis.
In diesem Blog teilt sie Erfahrungen, Strategien und echte Anwendungsbeispiele – damit KI nicht zur Spielerei wird, sondern zu einem Werkzeug, das Effizienz sichtbar macht.
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